Herr Dr. Thost, wie entstand die
Idee, mit Prof. Dr. Kabst von der
Universität Gießen das gemeinsame
Buchprojekt zu starten?
Die Buchidee entstand unabhängig voneinander.
Wir als Marktführer Atreus
wollten ein praxisrelevantes Buch schreiben,
das die Entwicklung des Interim
Managements zu einem zunehmend praxisrelevanten
Tool eindrucksvoll dokumentiert.
Prof. Kabst kam auf ganz andere
Weise zu dieser Idee, nachdem er
festgestellt hatte, dass das Thema Management
auf Zeit aus wissenschaftlicher
Sicht gesehen im deutschen
Sprachraum quasi völlig unbeackert war.
Also bündelten wir unsere Anstrengungen.
Was unterscheidet das Buch von
bisherigen Veröffentlichungen zum
Thema Interim Management?
Die bisherigen Publikationen sind allesamt
von Brancheninsidern geschrieben
– von Interim Managern für Interim
Manager. Der Kunde, dessen oft noch
zögerliche Haltung die eigentliche Hürde
für den breiteren Einsatz des Tools Management
auf Zeit ist, blieb wohlweislich
außen vor. Auch die empirischen Erhebungen,
die es bisher gab, verwendeten
nur Daten von Interim Managern, nicht
aber die von Kunden. Also war es mehr
als naheliegend, die Kundenperspektive
empirisch zu untermauern und diese
durch die Praxiserfahrung von Interim-
Management-Dienstleistern zu kommentieren.
Herr Prof. Dr. Kabst, welche wissenschaftliche
Methodik liegt zugrunde?
Wir führen die erste systematische und
wissenschaftlich fundierte Befragung zu
Interim Management bei Entscheidern
im Unternehmern durch. Die von uns
hierfür generierte Datenbasis ist einzigartig
in Deutschland und setzt sich sowohl
aus repräsentativen großzahligen
Unternehmensbefragungen als auch aus
ausgewählten Interviews zusammen.
Hierdurch ist gewährleistet, dass wir verallgemeinerungsfähige
und belastbare
Aussagen erhalten und tief gehend in
ausgewählte Themenfelder blicken können.
Wie verlief die Zusammenarbeit
zwischen Wissenschaft und Praxis?
Erfahrungen und Stärken beider Seiten
sind in das Buchprojekt eingeflossen. So
haben wir als wissenschaftlicher Partner
die Datengrundlage erarbeitet, wesentliche
Fragen aufgeworfen und potenzielle
Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aufgestellt.
Atreus als Praxispartner hat deren
Expertise und fundierte Einsichten in
die Wirkungsweise des Marktes und die
Gestaltung von Interim Management-
Mandaten eingebracht. Synergien sind
insbesondere dann entstanden, wenn
wir unsere Wissensbasen komplementär
ergänzen konnten oder wenn wir unterschiedliche
Ansichten vertraten, die wir
gegenseitig infrage gestellt haben, um
durch eine gemeinsame Synthese die Erkenntnisse
beider Seiten zu steigern.
Kurzum: Der Horizont beider Seiten und
damit auch das Buch haben von dieser
Zusammenarbeit profitiert.
Herr Dr. Thost, wie sind die einzelnen
Partner von Atreus im Buchprojekt
eingebunden?
Uns war wichtig, dass alle Gründungspartner
von Atreus an dem Buch mitwirken.
Insofern haben wir die Praxisbeiträge
unter uns aufgeteilt, sodass jeder
Partner seine Expertise zu je einem Kapital
beiträgt. Die Zusammenarbeit mit den
Kollegen aus der Wissenschaft und aus
der Praxis war ausgesprochen fruchtbar
und hat uns wirklich Spaß gemacht.



